Asien

Bild von AsienDie Region Südasien mit den Staaten Bangladesch, Bhutan, Indien, den Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka verfügt über zahlreiche religiöse, kulturelle, historische und sozioökonomische Gemeinsamkeiten, die einerseits dem regionalen politischen Dialog förderlich sein können, andererseits aber auch ein nicht unerhebliches Konfliktpotenzial bergen. Südasien ist die einzige Region, in der mit Indien, Pakistan und der VR China drei Atommächte unmittelbar aufeinandertreffen. Alle drei Staaten machen in Kaschmir strittige territoriale Ansprüche geltend. Der seit 1947 vor allem zwischen Indien und Pakistan ausgetragene Konflikt ist der älteste in der Region. Sowohl der militante Islamismus als auch der internationale Terrorismus haben ihre logistische Basis im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet und bedrohen nicht nur Indien, sondern auch die Westprovinzen Chinas sowie die zentralasiatischen Republiken. Südasien befindet sich zwischen zwei der größten Drogenanbaugebiete: dem „Goldenen Halbmond" im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet und dem „Goldenen Dreieck" im angrenzenden Südostasien.

Die Region Südostasien umfasst das Dreieck zwischen der südwestlichen Spitze Chinas, der Nordküste Australiens und der Südspitze Indiens. Die Länder Burma, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Indonesien, die Philippinen, Singapur, Malaysia und Brunei (Staat auf Borneo) sind Teil der politischen Region Südostasien.

Ostasien ist eine nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht dynamische Region: Die Regionalmacht und vermutlich auch künftige Weltmacht China strebt nach immer mehr Einfluss, während die USA - in Fragen der Sicherheitspolitik - eine Entlastung bei Japan und Südkorea suchen. Neben den regionalen sicherheitspolitischen Herausforderungen, namentlich Taiwan und Nordkorea, weist insbesondere der Transformationsprozess vieler ASEAN-Staaten in ein 21. Jahrhundert, das nicht zufällig zum „asiatisch-pazifischen Jahrhundert" erklärt wurde.

Die Arbeitsschwerpunkte der Forschungsgruppe „Asien" lauten wie folgt:

  • Südostasien, insbesondere Sicherheitspolitik/maritime Sicherheitspolitik; Terrorismus und politischer Islam; die regionalen internationalen Organisationen ASEAN, ARF und APEC; bilaterale Beziehungen zwischen der ASEAN und den globalen Akteuren (vor allem zwischen der ASEAN und der EU)
  • VR China: Völkerrechtsfragen (Menschenrechte und Grenzkonflikte), staatliches Recht (Schwerpunkte: Verwaltungsrecht, Rechtsgeschichte, Rechtskultur und Ideengeschichte)
  • Chinesische Geschichte, Politik und Wirtschaft
  • Chinesischer Kulturraum: Institutioneller Wandel, Minderheitenpolitik und Korruptionsforschung
  • Internationale Sicherheit und Politische Ökonomie, Asien/Pazifik; politische Systeme ausgewählter Staaten Südostasiens und Ostasiens
  • Regionalkonflikte Südasiens, Politik und Medien, Politik und Gesellschaft der Länder Südasiens

Mitglieder der KFIBS-Forschungsgruppe sind:

 

Beiträge zu diesem Themenbereich:

Religion – Politik – Medien: Gujarat, ein innenpolitisches Spannungsfeld

[Essay]

Deutsche Ausgabe 2/06

Der indische Bundesstaat Gujarat hat seit dem Jahr 2002 großes internationales Interesse erregt. Innenpolitisch ist er nicht nur in seiner wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Belang: Gujarat steht für die Problematik des Landes, die seit der grausamen Eskalation im Jahr 2002 nicht behoben werden konnte. Die politische Bedeutung des Hindunationalismus, der Einfluss der Hindutva, sprich die Ideologie der Hinduisierung der Gesellschaft und Politik Indiens, sowie die Popularität der Bharatiya Janata Party (BJP) stehen in Gujarat den Grundwerten der Verfassung von Demokratie, Pluralismus und Säkularismus unvereinbar gegenüber. Damit war und ist dieser Konflikt maßgeblich für das internationale Ansehen Indiens.

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What Lessons for Peacekeeping can be drawn from the UN Experience in Cambodia?

[Study]

Englische Ausgabe 1/06

In April 1992, UNTAC was launched as the most complex peacekeeping operation in the history of the UN. UNTAC was tantamount to running the whole country. But like every mission, UNTAC has its 'childhood diseases'. What lessons can be learned from this specific mission? Which components have succeeded, and which failed?

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Die Kaschmirfrage: Nachbeben der Diplomatie

[Analyse]

Deutsche Ausgabe 4/05

Der Krisenherd Kaschmir steht seit dem Erdbeben vom 9. Oktober 2005 wieder vermehrt im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Noch im Frühjahr 2002 erst standen die beiden Atommächte Indien und Pakistan kurz vor einem Krieg; jetzt werden von beiden Seiten deutlich versöhnlichere Töne angeschlagen. So unterstrich der pakistanische Präsident Musharraf auf der internationalen Geberkonferenz vom 19. November 2005 seine Bereitschaft und seinen Wunsch zu einer endgültigen Klärung der Kaschmirfrage. Allerdings ist die Rivalität der beiden südasiatischen Staaten tief verwurzelt, und trotz aller Bemühungen ist eine Lösung des Kaschmirproblems noch lange nicht in Sicht. In der vorliegenden Analyse werden die gegenwärtigen diplomatischen Bemühungen in den Kontext der Genese des Konflikts eingeordnet, um so das Ringen um eine erfolgreiche Einigung besser verdeutlichen zu können.

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